Jugendzentren manipulieren ihre Besucher!?

Im Rahmen der Diskussion um den Neubau des Jugendtreffs Anderten in Hannover nehmen die politischen Ränkespiele eine neue Dimension ein.http://www.jz-wettbergen.de/layouts/falken/grafiken/grafitti.jpg

Mit Erstaunen müssen wir in Hannover eine Anfrage der Fraktion Die Hannoveraner „zur parteipolitischen Ausrichtung von Jugendzentren“ an den Rat der Stadt zur Kenntnis nehmen.

In der Ratssitzung am 19.12.2013 möchten sie Auskunft über die Anzahl und Betreiber von Jugendzentren, insbesondere möchten sie wissen, welche davon einer bestimmten Partei nahestehen oder eine bestimmte politische Richtung vertreten.

Die Fraktion unterstellt hier eine politische Infiltrierung seitens der Träger und das auch noch mit Steuergeldern.

Es verwundert doch sehr, dass über Jahrzehnte gewachsene und am Stadtteil orientierte Konzepte der offenen Jugendarbeit von freien Trägern auf einmal massiv von Teilen der Politik torpediert werden.

Wo sind diese Politiker, wenn es im Stadtteil um Beteiligung von Jugendlichen in Fragen der Jugendarbeit geht? Wo bekommen Kinder Gehör bei der Frage nach adäquaten Erlebensraum?

Sind es denn nicht genau die freien Träger, die das im KJHG geforderte Subsidaritätsprinzip mit ihren differenzierten Ausrichtungen für Jugend erlebbar machen und die immer wieder auf die aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren.

Zeigt es nicht auch eine zukunftsorientierte Handlungsweise, wenn die Jugendpflege der Stadt Hannover den gesellschaftlichen Querschnitt durch die Vielfalt der Träger darstellt?

Vielleicht sollten sich die Politiker, die immer wieder mit solchen Ansinnen aufwarten, einmal die Mühe machen, sich in die betroffenen Stadtteile zu begeben und die dort lebenden Kinder und Jugendlichen befragen.

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1 Kommentar

    • Carsten Gösch on 14. November 2013 at 16:11

    Liebe Falken,

    vielen Dank für die ehrlichen Worte dieses Beitrags und die Wachsamkeit in Sachen Jugendpflege in der hannoverschen Kommunalpolitik. In der Tat stellt sich die Frage ob die Fraktionsmitglieder der „DIE HANNOVERANER“ irgendeine Kenntnis von der gesellschaftspolitisch gewachsenen und in der Vor- und Nachnationalistischen Historie des Landes als Säule der Demokratie zu betrachtenden Struktur der Jugendpflege in der LH Hannover besitzen.

    Beim Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend ist nachzulesen:

    „2.3. Jugendverbände – Jugendarbeit – Wohlfahrtsverbände

    Jugendverbände verstehen sich als Bildungs- und Erziehungsangebot, als Übungs- und Erfahrungsbereich für Kinder und Jugendliche vom mittleren Kindheits- bis zum jungen Erwachsenenalter (etwa von 8 bis 25 Jahren). Sie verstehen sich aber auch jugendpolitisch als Interessenvertretung und Selbstorganisation junger Menschen. In Deutschland gibt es -regional unterschiedlich vertreten -mehr als 200 Jugendverbände und Jugendorganisationen. Viele von ihnen sind auf der kommunalen und auf der Landes-Ebene zu Stadt- und Kreisjugendringen bzw. zu Landesjugendringen zusammengeschlossen. Man geht davon aus, dass sie mit ihrer Arbeit rund ein Drittel der jugendlichen Bevölkerung erreichen.

    Jugendarbeit ist ein außerschulischer Bildungsbereich im Feld von politischer, kultureller, ökologischer und persönlichkeitsbezogener Bildung, mit Angeboten für Sport, Spiel und Geselligkeit, Kinder- und Jugenderholung, arbeitswelt-, schul- und familienbezogenen Themen sowie Informations-, Service- und Beratungsdiensten für junge Leute. Eine wichtige Angebotsform ist die sogenannte „Offene Jugendarbeit“ in Jugendclubs, Treffs, Jugendzentren, Jugendhäusern und anderen Einrichtungen. Sie wird überwiegend von der Kommune und von Vereinen organisiert.

    Die zur Arbeitsgemeinschaft („Liga“) der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Verbände (Caritas, Innere Mission/Diakonisches Werk, Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) und eine unübersehbare Zahl von weiteren Verbänden, Organisationen und Initiativen sind Träger von Jugendeinrichtungen, Familienberatung und -bildung, Horten, Schülerhilfen, Behinderteneinrichtungen, Projekten im Bereich von Drogen, Dissozialität, Migrations- und Integrationsproblemen usw. Auch die Wohlfahrtsverbände sind auf der örtlichen Ebene zu Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen.“
    (vgl. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend; http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/kjhg/2-Was-ist-jugendhilfe/2-3-jugendverbaende-jugendarbeit-wohlfahrtsverbaende.html)

    Für alle die sich mal das Ge…ätz der Fraktion „Die Hannoveraner“ anschauen wollen: http://www.die-hannoveraner.org/

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